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Stand: 08.04.2019


Sie sind hier: Original-Oldtimerszene - Flugzeuge aus der ehemaligen DDR

Das Werk 806 VEB Apparatebau Lommatzsch war in der DDR für die Entwicklung, Erprobung und

Serienfertigung von Segelflugzeugen zuständig.

Anmerkung: Die Auszüge aus den Zeitschriften "Aerosport" und "Deutsche Flugtechnik",

4. Jahrgang (1960), Heft 2, stellte uns freundlicherweise Gerhard Maleschka zu Verfügung.

 

      

       Segelflug-Doppelsitzer FES 530 "Lehrmeister" beim Start.

 

FES-530 "Lehrmeister"

Die Kontruktion des Flugzeugs erfolgte 1953 noch im VEB Waggonbau Gotha. 1954 wurde die Produktion

zum VEB Apparatebau Lommatzsch verlagert. Im gleichen Jahr wurde der Erstflug der FES-530 (FES =

Forschungs- und Entwicklungsstelle), ein Flugzeug in Ganzholzausführung mit abgestrebtem Tragflügel,

vorgenommen. Die verschiedenen Typen wurden nach Syrien, Dänemark, Ägypten und Kuba exportiert.

Das Flugzeug wurde als Schul- und Übungssegelflugzeug in Holzbauweise für die Anfangs-, Leistungs- und

Thermikschulung sowie für die Gefahreneinweisung konzipiert. Alle drei Flugzeuge hatte ein gefedertes Rad

(350 x 135) mit Kufe und Sporn.

 

Technische Daten
FES-530
FES-530/I
FES-530/II
       
Spannweite 17,00 m 17,00 m 15,00 m
Flächeninhalt 19,00 m² 19,00 m² 17,93 m²
Flügelstreckung 15,20 15,20 12,54
Profiltiefe innen 1,80 m 1,80 m 1,80 m
Profiltiefe außen 0,45 m 0,45 m 0,607 m
Profil innen Gö 549 Gö 549 Gö 549
Profil außen Gö 676 Gö 676 Gö 676 mod.
Flächenbelastung 18,9 - 26,3 kg/m² 17,9 - 25,3 kg/m² 18,4 - 26,2 kg/m²
Länge 7,95 m 7,95 m 7,95 m
Leergewicht 300 kg 280 kg 270 kg
Zuladung 200 kg 200 kg 200 kg
Beste Gleitzahl 24 bei 85 km/h 26 bei 78 km/h 23 bei 83 km/h
Geringstes Sinken 0,85 m/s bei 72 km/h 0,80 m/s bei 74 km/h

0,95 m/s bei 72,5 km/h

Landegeschwindigkeit 58 km/h 58 km/h 58 km/h
Maximal zulässige Geschwindigkeit 200 km/h 200 km/h 200 km/h
Windenschlepp max. 100 km/h max. 100 km/h max. 100 km/h
Flugzeugschlepp max. 130 km/h max. 130 km/h max. 130 km/h
Erstflug 1954 1959 1959
Hergestellt 100 22 101

Daten überwiegend aus "Deutsche Flugtechnik", 4. Jg. (1960), Heft 2

Gö 549

Gö 676

FES-530 "Lehrmeister"

FES-530, ein Hochdecker mit hintereinander angeordneten Sitzen, wobei der hintere Sitz erhöht ist. Es war ein abgestrebter Hochdecker gewünscht, bei dem weitgehend einheimische Werkstoffe Verwindung finden und einfache Reparaturen durch die Fluggruppen möglich sein sollten.

 

     

   

     

     

     

      Die Instumentierung beinhaltete einen Fahrtmesser, kombinierten Grob- und Feinhöhenmesser,

      je ein Variometer für die Anzeigebereiche 0 - 5 m/s und 0 - 15 m/s, einen Kompaß und einen

      elektrischen Wendeanzeiger.

 

Bremsklappe und Störleiste am "Lehrmeister"               Aufbau der Tragfläche

Die Tragfläche enthält einen Doppel-T-Holm aus lamellierten Kieferngurten mit Sperrholzsteg und eine

diagonalbeplankte Sperrholztorsionsnase.

  

Hand- und Fußsteuer sind für beide Sitze gekoppelt. Der hintere Steuerknüppel kann für Passagierflüge abge-

nommen werden. Die Betätigung der Querruder und der Bremsklappen erfolgt durch Stoßstangen. Höhen-

ruder und Trimmruder werden durch Stoßstanden und Seile betätigt. Der hintere Sitz ist etwas erhöht ange-

ordnet.

 

FES-530 "Lehrmeister" I

Die Streben wurden entfernt, sodass die Leistungen und das Rüstgewicht verbessert werden konnten. Das Leergewicht wurde um 20 kg gesenkt, die beste Gleitzahl und das geringste Sinken verbesserten sich. Das Flugzeug konnte mit 15 m und mit 17 m Spannweite geflogen werden. Teilweise wurden bei nicht tragenden Teilen Glasfasern verwendet.

    

    

 

FES-530 "Lehrmeister" II

Geringes Gewicht sowie Handlichkeit im Betrieb und bei der Unterstellung, verbunden mit geringeren Anschaffungskosten, sind im Schulbetrieb angesagt.

Außerdem ist für einfachen Kunstflug ein Flugzeug mit 15,0 m Spannweite vorteilhafter.

 

Das Flugzeug wurde bei VEB Apparatebau Lommatzsch 1959 gebaut. Es ist zweisitzig und hat eine

Spannweite von 15,00 m bei einer Flügelfläche von 17,93 m².

 

 

LOM-Libellen

Auftraggeber für die "Libelle" war der Zentralvorstand der GST. Er verlangte eine Gleitzahl von mindestens

30. Aus technologischen Gründen kam nur die Holzbauweise in Betracht, die "neben günstiger Materiallage"

leichte Reparaturmöglichkeiten bot.

(Anmerkung: Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) war eine vormilitärische Jugendorganisation in

der DDR. Diese Gesellschaft bestand aus 9 Verbänden. Der Flug- und Fallschirmsportverband (FFSV)

sollte u. a. für den Flugsport die erforderlichen Mittel wie Flugzeuge und Funkgeräte zur Verfügung stellen.

Anscheinend war die DDR schon in den 50er-Jahren bemüht, hauptsächlich Material aus dem Inland zu

verwenden, um Importe zu vermeiden. Vermutlich waren die hierfür notwendigen Devisen rar).

Es wurde mit einem Fluggewicht von 330 kg bei 60 bis 100 kg Zuladung projektiert. Auf eine Mitführung von

Wasserballast wurde aus Gewichtsgründen verzichtet. Der Rumpf musste den FAI-Bestimmungen für die

Standard-Klasse entsprechen. Deshalb wurde auf ein einziehbares Rad verzichtet.

 

Techn. Daten

LOM 57

"Libelle"

LOM 57/I

"Libelle"

LOM 58

"Libelle-Standard"

LOM 58/I

"Libelle-Standard"

LOM 58/II

"Libelle-Laminar"

           
Spannweite 16,50 m 16,50 m 15,00 m 15,00 m 16,50 m
Flächeninhalt 14,85 m² 14,85 m² 13,76 m² 13,76 m² 14,85 m²
Flügelstreckung 18,35 18,35 16,35 16,35 18,35
Profiltiefe innen 1,20 m 1,20 m 1,20 m 1,20 m 1,20 m
Profilt.außen 0,60 m 0,60 m 0,65 m 0,65 m  
Profil innen Gö 549 mod. Gö 549 mod. Gö 549 mod. Gö 549 mod.

NACA

65-615,5

Profil außen Gö 549 Gö 549 Gö 549 Gö 549  

Flächenbelast.

pro m²

19,5 - 22,3 kg 19,5 - 22,2 kg 19,6 - 22,8 kg 19,6 - 22,8 kg 25,6 kg
Länge 6,80 m 6,60 m 6,80 m 6,60 m 6,60m
Leergewicht 230 kg 230 kg 210 kg 210 kg 280 kg
Zuladung 100 kg 100 kg 90 kg 90 kg 100 kg

Beste Gleitzahl

30 bei 78 km/h

31,5 bei 78 km/h

27 bei 75 km/h

28,5 bei 78,5 km/h

36 bei 88 km/h

Geringstes Sinken

0,67 m/s bei

70 km/h

0,66 m/s bei

68 km/h

0,70 m/s bei

70 km/h

0,73 m/s bei

74 km/h

0,65 m/s bei

76 km/h

Landegeschw. 50 km/h 50 km/h 50 km/h 50 km/h 62 km/h

Maximalge-

schwindigkeit

200 km/h 200 km/h 200 km/h 200 km/h 200 km/h
Windenschlepp max. 100 km/h max. 100 km/h max. 100 km/h max. 100 km/h max. 100 km/h

Flugzeugschlepp

max. 130 km/h max. 130 km/h max. 130 km/h max. 130 km/h max. 130 km
Hergestellt 13 11   67  

Daten überwiegend aus "Deutsche Flugtechnik", 4. Jg. (1960), Heft 2

 

LOM 57/I "Libelle"

Das Instrumentenbrett wurde kleiner und ohne Metallteile gestaltet. Hinter dem Pilotensitz wurde ein Stauraum eingerichtet.

 

Die großen Tragflächen konnten ohne Änderungen gegen die 15 m-Varianten gewechsel werden.

Dadurch war ein Einsatz in der offenen und der Standardklasse möglich. Es war möglich, Teilrad-

verkleidungen aus Glasfaser-Laminat zu installieren.

 

 

           

           Cockpit der LOM 57/I "Libelle"

 

 

LOM 58/I "Libelle Standard"

Wie beim Lehrmeister wurden auch die Libellen so entwickelt, dass die Tragflächen austauschbar

waren. Bei den Tragflächen wurden anstatt von Randbögen Endkeulen aus Glasfaser-Laminat

angebracht. Ein Holzverschleißteil sollte den Flügel und die Querruder vor Bodenberührung

schützen. Die Bugkufe wurde vergrößert.

 

Endkeule an der Tragfläche der LOM 58/1 "Libelle Standard".

Deutlich ist das Holzverschleißteil zu erkennen.

 

Gehard Maleschka hat uns informiert (19.07.2010), dass er eine LOM 58/I "Libelle Standard" er-

worben hat. Sie hat die Werk-Nr. 95 und dürfte somit eine der letzten sein, die bei VEB Apparate-

bau Lommatzsch gebaut wurden. Allerdings stehen umfangreiche Restaurierungsarbeiten an, da alle

Rippen neu verleimt werden müssen. Deshalb muss die Torsionsnase geöffnet, neu verleimt und

wieder geschlossen werden.

Die LOM 58/I "Libelle Standard", hat insgesamt 1926 Starts bei einer Flugzeit 1034 Stunden.

Die letzte große Überholung fand 1984 statt zur weiteren Zulassung für insgesamt 25 Jahre seit

Herstellung 1962. Bei dieser Zwischenüberholung wurde die gesamte Bespannung entfernt und

insbesondere die Verleimungen auf Verwendung von Rothärter kontrolliert.

  

 

 

Bis 1987 war das Flugzeug im Einsatz. Seitdem ist das Flugzeug konserviert.

Zum Transport konnte das Höhenruder an das Seitenleitwerk angeklappt werden. Beim Klappen der beiden Höhenruderhälften erfolgt die Steuerverbindung automatisch.

Um die Bodenfreiheit zu zu vergrößern hat das Höhenruder V-Stellung.

 

 

 

 

LOM 58/II "Libelle Laminar"

Die Flügelform entspricht der normalen Libelle. Erstmals wurde ein Laminarprofil verwendet, und zwar das NACA 65-615,5.

Die Wölbklappen können auch als Start- und Landehilfe verwendet werden. Durch eine Metallkaschierung der Oberfläche

mittels Duraluminfolie wurde eine ausgezeichnete Oberfläche erreicht.