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Stand: 08.04.2019


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Titelbild von „RUDOLF SÄGESSER – Kleine Biografie eines grossen Flugzeugbauers“, erschienen zu seinem 75. Geburtstag 1989.
Titelbild von „RUDOLF SÄGESSER – Kleine Biografie eines grossen Flugzeugbauers“, erschienen zu seinem 75. Geburtstag 1989.


 
Als Mitglied der IG Albatros, die sich mit dem Nachbau und Flug von Oldtimersegelflugzeugen befasst, hatte ich die Gelegenheit, Ruedi Sägesser persönlich kennenzulernen und seine Gastfreundschaft zu genießen. Ich bin immer wieder begeistert von seiner freundlichen Art und höre interessiert zu, wenn er aus seinem riesigen Erfahrungsschatz manche Anekdote erzählt. Ruedi Sägesser ist Ehrenmitglied der IG Albatros.
 
Ruedi Sägesser hat den Segelflug in der Schweiz maßgeblich mitgeprägt und zwar von den Anfängen in den 30er Jahren bis heute. Er kann zu Recht als einer der Pioniere bezeichnet werden.
 
Ruedi Sägesser wurde am 13.03.1914 geboren. Vom 01.05.1930 bis 31.10.1933 absolvierte er eine Lehre als Flugzeugschreiner bei der Bootswerft Karpf und ca. 6 Monate bei Alfred Comte in Oberrieden. Eine Lehre war erst möglich, nachdem der Beruf Flugzeugschreiner durch den Züricher Regierungsrat als Beruf anerkannt wurde. Während seiner Lehrzeit baute er unter anderem Zöglinge und Grunau Babies, modifizierte Grunau Babies und reparierte Klemm-Flugzeuge. Die Lehrabschlussprüfung 1933 legte er u. a. bei Jakob Spalinger, dem berühmten Schweizer Segelflugzeugbauer, ab.
 
1937 baute er einen Condor I wieder auf. In den 30er Jahren stellte er u. a. einen Rhönbussard fertig und baute mehrere Grunau Babies und Spalinger 15. 1935 / 1936 war er verantwortlich für die Erstellung von 12 Grunau Babies. 1938 wurde die Elfe gebaut; ein zierliches Flugzeug mit lediglich 9 m Spannweite. Eine Fläche wog 9.6 kg; das gesamte Flugzeug lediglich 43 kg. Anfang 1939 wurde ein Rhönadler aus einem Bausatz von Schleicher fertiggestellt. In der Flugzeugfabrik in Grenchen baute er Flächen für Bücker-Flugzeuge.
 
1943 wechselte Ruedi zu den Gebrüdern Isler nach Wildegg. Piper J-3C aus amerikanischen Armeebeständen wurden aufgekauft, in die Schweiz geflogen und hier restauriert. Für einen Kunden aus Antwerpen wurde eine Spalinger 18-3 gebaut. Auch wurden 2 Spalinger 15-K für Belgien fertig gestellt. Anschließend folgte die Zusammenarbeit mit dem Büro WLM (siehe WLM 1). Hier wurden die 3 WLM 1 gebaut.
 
Ruedi baute sich eine S 21, welche auf den Namen „Min Tau“ getauft wurde. Der Erstflug fand 1943 statt.
 
1953 übernahm Ruedi das gesamte Inventar der Gebrüder Isler, da sich diese aus dem Flugzeugbau zurückzogen. Es wurden dann u. a. WLM-2 und 1954 die Superelfe gebaut; ein Flugzeug mit 16m Spannweite, deren dreigeteilte Flächen ein Laminarprofil aufwiesen und in Schalenbauweise erstellt waren.
 

Ruedi in seiner noch komplett ausgestatteten Werkstatt im Jahr 1996 neben einer Demoiselle 20.
Ruedi in seiner noch komplett ausgestatteten Werkstatt im Jahr 1996 neben einer Demoiselle 20.

Viele Oldtimerflugzeuge (z. B. Hängegleiter, Grunau Babies, Hütter 17, Rhönadler, Rhönbussard, Spyr 5, Minimoa, Ka6, Piper, Tiger Moth, Bücker Jungmann, Jungmeister und Student, Spalinger S 15, S 18 und S 21, SG 38, Klemm 20 und 25) wurden bei Ruedi gebaut oder revidiert.
 
1990 erhielt Ruedi Sägesser das Diplom Paul Tissandier durch die FAI für seine Verdienste.
 
Ruedi Sägesser verstarb am 8. März 2006 kurz vor seinem 92. Geburtstag. Ruedi wird immer in meinen Gedanken weiterleben. Ich werde mich auch daran erinnern, wie er sich freute, ein Modell seiner geliebten WLM 1 zu sehen.
 
In der Zeitschrift „Flugzeug Classic“ vom November 2002 wurde von Peter F. Selinger das Leben von Ruedi skizziert. Aus diesem Bericht können weitere Details entnommen werden.
 
Anmerkung: Bei dem Flugzeug HB 552 auf Seite 25 oben handelt es sich nicht um eine WLM 2, sondern um eine WLM 1. Dies wird auch auf Seite 26 dargestellt, denn die 3 WLM 1 hatten die Zulassungen HB 518, 551 und 552. Siehe auch das Bild auf Seite 28, welches die drei Flugzeuge in Samedan zeigt.
 
Seite 29 oben zeigt nicht eine WLM 1, sondern die einzige gebaute WLM 2 mit der Kennung HB 562; siehe auch Aufstellung auf Seite 26. Zur Ehrenrettung von Ruedi bleibt anzumerken, dass er nicht für diese „gewöhnungsbedürftige“ Restaurierung (Haifischmaul) der WLM 2 zuständig war.

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